Nach der ausgiebigen Pause und dem ersten Schock der Reise bin ich sensibler geworden. In den letzten Tagen hatte ich genug Zeit, um nachzudenken und weiß jetzt, dass ich nicht so reinhauen kann. Es ist ja auch kein Rennen… Das erste Mal in meinem Leben habe ich mir einen Plan gemacht und stelle fest, dass es doch besser ist, auf die Intuition und den Körper zu hören (wie bisher auch), deshalb verändert sich die Route auch ein wenig. Ich nehme einen Umweg in Kauf und fahre bis Donaudelta um die Karpaten rum. Will mich somit noch ein wenig schonen. Außerdem fahren viele Radnomaden diese Strecke, somit wird es hoffentlich nicht langweilig. An meinem Rad nehme ich folgende Veränderungen vor: Sattel etwas nach hinten und einen Tick höher (laut meinem Radweltführer soll man das eh öfters machen). Wie schon erwähnt, lass ich den Hänger und überflüssiges Equipment zurück und reduziere das Gewicht um etwa 17 %. Ich bin soweit, dass ich alle Pläne, was den Zeitablauf angeht, über Bord werfe. Zum Glück habe ich in München die Visa entsprechend lang beantragt. Es ist im Moment schwierig für mich. Schwanke ständig zwischen Depressionen und verbissenen Optimismus. Eins steht fest, egal was noch alles passiert – ich werde aus dem Westen nach Hause kommen!! Was mein Knie betrifft: Nun ja, die Schwellung ist weg, aber es zwickt noch ein wenig… Aber wie heißt es so schön, was uns nicht umbringt, macht uns nur stärker!

Wien werde ich mit gemischten Gefühlen verlassen. Zum einem weist die Stadt kaum Spuren vom Krieg auf und bietet somit eine Pracht an architektonischer Kunst des letzten Jahrtausends. Einfach sehenswert! Zum anderem verbrachte ich hier mehr Zeit als ich wollte… An der Stelle möchte ich noch zwei Münchnerinnen grüßen. Dani und Petra, die ich auf der Strecke nach Wien kennen gelernt hab. Eure frohe Art hat mich polarisiert und ein Stück aus meinem Loch geholt! Vielen Dank und alles Gute!

Für mich geht es morgen nach Bratislava, wo ich auch einen Tag bleiben werde, um die Stadt zu sehen. Von da aus immer an der Donau entlang bis Budapest usw. Freu mich, dass es endlich weitergeht!
Zum Schluss noch ein fettes Merci an Tommy!! Ohne dich wäre der Aufenthalt nicht nur teuer, sondern auch sehr einsam geworden! Darüber hinaus hast du mir den Druck (den ich mir selber mache) ein Stück weit genommen – everything happens for a reason!
In diesem Sinne bis bald und ba ba!

PS: Meine Hymne für morgen: „body movin’“ von den Beastie Boys

English:

The journey continues!

After an extensive break and the first shock I became more sensitive. During the past days, I had enough time to think and now I know that I can’t kick the pedals like that. After all, this isn’t a race… For the first time in my life I’ve made a plan and noticed that it’s better to listen to your intuition and your body (as I did before), and therefore the route will change a bit. I will take a detour and cycle around the Carpathians until the Danube Delta. Therefore, I’ll take it slowly for a little while. Furthermore, many bike nomads cycle this passage, and thus it might not get boring. I will make the following changes on my bike: I’ll adjust the saddle a bit towards the rear and lift it up a little (according to my bike world tour guide, you should do this a couple of times anyway). As mentioned previously, I will leave the hanger and unnecessary equipment behind and reduce the weight by roughly 17 %. I’m about to abandon all plans concerning the time schedule. Luckily, I applied for the visas in Munich with extended expiry dates. At the moment it’s difficult for me. I’m swinging between depression and determined optimism. One thing is for sure: Whatever happens, I will come back home from the west!! Concerning my knee: well, it isn’t swollen anymore but it still pinches a bit… But as the saying goes: “What doesn’t kill you can only make you stronger!”

I will leave Vienna with mixed feelings. On the one hand, the city hardly shows any remainders of World War II, and thus offers a resplendence of architectural art of the previous millennium. It is well worth seeing! On the other hand, I’ve spent more time here than I intended… At this point I would like to greet two Munich girls! Dani and Petra who I met on my way to Vienna. Your cheerful disposition had me polarized and lifted my spirit! Thank very much and all the best!

Tomorrow I’m off to Bratislava where I will stay for a day to see the city. And from there I will cycle along the Danube until Budapest etc. I’m happy that the journey finally continues!
And at the end a big thanks to Tommy! Without you, the stay in Vienna wouldn’t only have been expensive but also very lonesome! Furthermore, you’ve taken away some of the pressure (which I put upon myself) – everything happens for a reason!
Having said this: Bye for now and ba ba!

PS: My anthem for tomorrow: “body movin’“ by the Beastie Boys